Samstag, 14. Januar 2012

MEIN DERZEITIGER TAGESABLAUF

Vor drei Tagen ist mir ein schweres Eisenteil auf den linken Unterarm gefallen und ich habe mir dabei den Unterarmknochen nahe dem Handgelenk gebrochen. So kann ich jetzt halt für einige Zeit nur mit der rechten Hand schreiben. Mühsam, aber ich sitze jetzt notgedrungen mehr unnütz herum und habe so die Zeit dafür.

Meine Werkstatt steht still, ausser mein jüngster Sohn benützt sie. Er ist ja jetzt nach seinem Deutschlandaufenthalt wieder bei mir um hier so einige Dinge aufzubauen. Ich werde darüber berichten. Denn ich verstehe unter einem arbeitssamen Leben etwas anderes als in einer von oben dirigierten Fabrik zu knechten. Wenn dies natürlich auch keine Schande ist wenn die äusseren Umstände es erfordern. Und gerade deshalb möchte ich persönliche Beispiele geben um etwas weiter zu gehen und nicht immer Sicherheit zu suchen. Die es sowieso nicht gibt. Ich will jetzt einmal einen gewöhnlichen Wochentag von mir beschreiben damit einige Leser wenigstens einen Abglanz davon bekommen, was ein selbstverantwortliches Leben bedeutet. Auch ein halbwegs freies und selbstbestimmtes Leben. Obwohl man unter Geldsystemen nie frei sein kann. Auch im "Wildgansprinzip" nicht. Denn auch da muss gemeinschaftlich gearbeitet werden. Nur natürlich sehr sehr viel freier und menschenwürdiger. VON NICHTS KOMMT EBEN NICHTS!

Ich stehe so zwischen fünf Uhr und sechsuhrdreissig auf. Je nach Lust und Laune. Meine Ehefrau so um sechs Uhr. Um sieben Uhr machen wir unseren Krämerladen auf dessen Führung meine Frau übernommen hat. Zwischen sieben und acht Uhr trinken wir unseren Matetee im Geschäft zusammen. Noch kommt wenig Kundschaft zu dieser Zeit. Diese Stunde ist sehr ruhig und entspannend was sich dann in den Abendstunden, so ab acht Uhr Abends wiederholt. Da sehen wir uns die Abendnachrichten an und meine Frau später eine Telenovella. Ich gehe in ein anliegendes Zimmer und sehe in das Internet und manchmal schreibe ich auch. Meine Handfeuerwaffe und auch schwereres Geschütz liegen griffbereit. Um 22 Uhr machen wir den Laden dicht und meine Frau zählt die Einnahmen.

Nur zweimal habe ich in den vielen Jahren Warnschüsse loslassen müssen. Als wir vor neun Jahren unser Geschäft kaum eröffnet haben und letzte Woche als ein Versuch von drei Banditen unternommen wurde uns zu erleichtern. Einer spielte den Kunden. Einer blieb draussen und einer wartete mit seinem Motorrad abseits. Hier fährt man ausserhalb auch oft zu dritt mit dem Motorrad. Ich kenne dieses Spiel natürlich. Immer die gleiche Masche. In einer Gegend wo sich jeder kennt wird man bei Fremden automatisch wach und vorsichtig. Nachdem der "Käufer" mit der Kleinigkeit die er gekauft hatte den Laden verliess bin ich mit meiner lautesten Waffe, einer achtschüssigen 12 mm Schrottflinte mit herzhaftem Grobschrott, (In Deutschland verboten), dem "Kunden" gefolgt und habe dem Räubertrio eingeheizt. (Da hatte ich noch beide Hände zur Verfügung. Vorübergehend muss ich eben meinen 9 mm Trommelrevolver benützen).Denn die wollten schon ihre Show abziehen. Die sind mit dem Motorrad ab wie die Hasen. Und ich werde sie wohl nie mehr wiedersehen. Die hatten noch Glück gehabt. Hier kann man einen Ladenüberfall als Räuber noch mit dem Leben bezahlen. Ein unbewaffneter Ladenbesitzer natürlich auch. Denn offensichtlich werden wehrlose und alte Leute bevorzugt überfallen. Häufig wird dabei von den oft angetrunkenen Banditen hemmungslos getötet. Wenn ich bei mir Schwäche bemerke gebe ich unseren Krämerladen weiter oder auf. Ich habe ja noch andere Einnahmequellen. Aber zur Zeit sehe ich da keine Veranlassung. Das Risiko einem Autounfall zu erliegen ist bedeutend höher.

Aber nun weiter zu meinem Tagesablauf. Nachdem wir unseren Mate getrunken haben sehe ich nach unserem Wachhund und sperre ihn tagsüber in den Zwinger und versorge ihn. Während meine Frau die drei Katzen versorgt. Ich sehe noch bei unseren Neuerwerbungen nach. Zehn halberwachsene Legehühner und neun Wachteln. Und danach sammle ich die kleinen Kokosnüsse auf die zur Zeit reif sind. Und dann gibt es Frühstück. So um neun Uhr. Und danach gehe ich zu meiner Werkstatt wo ich immer etwas zu tun habe. Zur Zeit wird sie vergrössert.

Je nach Bedarf gehe ich auch mit dem Auto zum Einkaufen. Meistens fährt da mein Sohn der mit mir arbeitet. Auch er ist handwerklich begabt und sehr kreativ. Um 13 Uhr so herum wird dann zu Mittag gegessen und dann wird gearbeitet bis man keinen Bock mehr hat oder wie es die äusseren Umstände gestatten. Über mir steht niemand. Und neben mir meine Kinder und ab und zu freie Hilfskräfte. Und unter mir ist nur der feste Boden der mir bald auch Gemüse und Früchte abgibt. Und Geld? Na ja, noch ein notwendiges Übel.

Kommentare:

  1. so langen das Geldsystem in der jetzigen Form besteht, sind wir nicht wirklich frei, egal ob selbstständig, autark oder in einem geschlossenen Arbeitssystem (z.B.Fabrik). Sebtständig zu sein, gibt einem das Gefühl freier zu sein, weil man nicht dirigiert oder auf Anweisung direkt reagieren muss.

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  2. Hat zwar nichts mit dem Thema zu tun doch in diesem Beitrag sehe ich einen wichtigen Weg der aufzeigt wie man auch ohne viel Geld sich ein gemütliches Dach über den Kopf selbst bauen kann.

    Wer jetzt immer noch behauptet man kann nichts tun, es gibt keine Möglichkeit, ich habe kein Geld, usw. dem ist nach diesen Beitrag nicht mehr zu helfen!

    Baupläne und Erfahrungen inklusive!

    Bitte weiter verbreiten!!!!!



    Im Einklang mit der Natur: Ein Traumhaus für 4000 Euro

    http://www.sein.de/gesellschaft/nachhaltigkeit/2011/im-einklang-mit-der-natur-ein-traumhaus-fuer-4000-euro.html#.TwgKm0zDl4x.facebook

    http://www.simondale.net/house/index.htm

    http://www.sein.de/gesellschaft/nachhaltigkeit/2009/earthships-autarke-haeuser-aus-muell.html

    http://www.sein.de/gesellschaft/nachhaltigkeit/2011/bioarchitecture--heilende-architektur-der-zukunft-.html


    Der Umbau der Gesellschaft

    Für Simon geht es um nicht weniger als den Umbau unserer Gesellschaft, einen neuen Lebensentwurf, eine Rückkehr zu einer natürlichen Lebensweise, im Einklang mit der Natur und moderner Technik.

    Dass, da ist sich Simon sicher, ist eine Notwendigkeit unserer Zeit, nicht bloß der Traum von ein paar Hippies. Mit zunehmendem Ausmaß der Krise wird dieses Bewusstsein immer mehr Menschen erreichen, so hofft er.

    „Die Tatsache, dass diese Krise bereits geschieht, bedeutet, dass die Frage nicht lautet, ob sie noch abgewendet werden kann, sondern, was wir tun können, um zu verhindern, dass sie sich verschärft sie wie wir mit ihren Auswirkungen fertig werden. Es geht nicht darum, was wir morgen tun können, sondern was wir heute tun können."

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